Gedanken zum Fuchsbandwurm und Giftpflanzen

Auf meinen Kräuterwanderungen und auch sonst werde ich manchmal gefragt, wie ich die Gefahr vom Fuchsbandwurm und Giftpflanzen einschätze. Ich hatte dazu länger recherchiert. Also man muss auf jeden Fall keine Angst haben vor Pflanzen. In den letzten 20 Jahren ist nur ein Kind in Deutschland an einer Pflanzenvergiftung gestorben (Eisenhut), in den vergangenen zwei Jahren nur zwei Erwachsene durch Verwechslung von Herbstzeitloser/Bärlauch und Enzian/Germer. Wenn es sonst Vergiftungen gab, war es absichtlich (Suizid oder als Hallozinogen). Im Ärzteblatt war dazu ein interessanter Artikel: http://m.aerzteblatt.de/print/14028.htm. Übrigens war der Begriff "Gift" früher gar nicht negativ besetzt. Das Wort stammt vom altgermanischen "gaf-ti" was "Gabe, Geschenk" bedeutet und noch im Wort "Mitgift" oder im englischen "gift" als "Geschenk" deutlich wird. Giftpflanzen waren früher besonders geschätzt, weil heilkräftig, man musste sich natürlich auskennen! Auch der Fuchsbandwurm verliert an Gefährlichkeit, wenn man sich informiert: Zum Beispiel hier ein relativ aktueller Artikel in der Frankfurter Rundschau http://www.fr.de/wissen/seltene-krankheit-diffuse-angst-vor-dem-fuchsbandwurm-a-1102659. Es wird vermutet, dass nicht der Fuchs, sondern Hunde Überträger des Fuchsbandwurmes sind und es außerdem einen engen Kontakt zum Tier bedarf, dass man sich infiziert. Dass man sich bei der Ernte von Wildkräutern infiziert, ist sehr, sehr unwahrscheinlich. Es infizieren sich pro Jahr Durchschnittlich 18,2 Menschen in Deutschland, wovon 90 Prozent davon gut geholfen werden kann, von Sterbefällen in den letzten Jahren in Deutschland habe ich nichts gefunden. Zucker und Fast-Food ist da sicher gefährlicher.