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Bärlauch und Aronstab

Die ersten Spitzen des Bärlauchs schauen an sonnigen Stellen schon aus de Boden. Die Verwechsungsgefahr mit Maiglöckchen oder Herbstzeitloser wird oft erwähnt, ich finde aber, dass der ebenfalls giftige Aronstab auch erwähnt werden sollte. Hier an der Murr kommen sie gleichzeitig und nebeneinander aus der Erde. Solange die Blätter noch nicht geöffnet sind, sind sie sehr ähnlich, besonders auch farblich und auch wie sie sich anfühlen. Eindeutig ist der Geschmack und Geruch des Bärlauchs. Desweiteren erkennt man den Aronstab daran, dass die Blätter eingerollt sind, wenn sie dann ausgerollt sind, erinnert die Blattform an Sauerampfer, womit man ihn in diesem Stadium auch verwechseln kann. Schaut man unter die Erde, wird es noch eindeutiger. Der Bärlauch kommt aus einer Zwiebel, die oft sehr tief liegt. Der Aronstab hat ähnlich wie das Scharbockskraut eine kleine Knolle und fädige Wurzeln. Angst muss man nicht vor dem Aronstab haben. Übelkeit wird beim Menschen vor allem durch die reifen Beeren ausgelöst.

Hier was beim Informationszentrum für Vergiftungen einer Klinik (http://www.gizbonn.de/531.0.html) dazu steht: "Aronstab, Vergiftungen: Vor allem beim Weidevieh tödliche Vergiftungen durch Verzehr der Blätter im Frühjahr beobachtet. Wegen des angenehm süßlichen Geschmacks Vergiftungen am ehesten durch die roten Beeren. Die Giftigkeit der Beeren kann je nach Standort und Reifegrad beträchlich schwanken. Durch Abkochen und Trocknen verliert die Pflanze an Giftigkeit.

Mögliche Symptome: Treten meist innerhalb von 5-25 min auf. Bei Hautkontakt starke Reizerscheinungen möglich, Rötung, bis hin zur Blasenbildung,Taubheitsgefühl. Nach dem Verzehr Übelkeit, Erbrechen, Durchfälle möglich. Auch Erregung und Krampfanfälle sind beschrieben."

Bärlauch ist eine sehr Speichelfluss anregende Pflanze, tonisiert, fördert den Stoffwechsel, ist entgiftend (besonders bei Schwermetallen), stark schleimlösend, antibakteriell, hilft bei Magen- und Darmstörungen, hilft (vorbeugend) gegen hohen Blutdruck, Herzinfarkt und Schlaganfall. 

Wenn ich spazierengehe, esse ich unterwegs immer ein paar Blätter. Manchmal wird mein Speichelfluss extrem angeregt, auch Schleim löst sich merklich, besonders aus den Nasennebenhöhlen. Eine wirklich wirksame Pflanze, um den Körper in Schwung zu bringen.

P.S.: Im Selbstversuch habe ich heute ein kleines Blatt vom Aronstab probiert. Nachdem ich zunächst nur ein angenehm milden Geschmack des Blattes geschmeckt hatte, habe ich kräftiger gekaut. Die Zunge brannte daraufhin an der Spitze, dann der ganze Mund, so als hätte ich Brennnesseln mit Brennhaaren gegessen. Ich habe es schnell mit Taubnessel und Spitzwegerich versucht zu lindern. Das ging auch ganz gut. Nach einiger Zeit war dann alles wieder gut. Also ich rate hier vom probieren ab.