Breitwegerich und Flohsamen

Auf der Wiese sitzend überlegte ich am Mittwoch, welche Pflanzen ich denn auf meiner nächsten Kräuterwanderung behandeln möchte. Es kam die Bitte, besonders die essbaren Wildpflanzen zu zeigen. Da fiel mein Blick auf die vielen Spitz- und Breitwegerich-Samenstände im rötlich schimmerndem Abendlicht. Diese habe ich sogleich probiert und festgestellt, dass diese noch schmackhafter als die Knospen sind. Die vom Spitzwegerich sind besonders lecker. Dann fiel mir wieder ein, dass die momentan als Quell- und Verdauungsmittel beliebten Flohsahmen meist von der sehr nah verwandten Plantago-Pflanze aus Indien (Plantago indica) gekauft werden. Ich habe noch ein bisschen nachgelesen und stelle mal wieder fest, dass wir gar nichts importieren müssen. Unsere Flohsamen können wir genauso gut nehmen, die Ernte ist gar nicht aufwendig, ich finde sogar, man braucht die Samen gar nicht herauszulösen, sollte diese, vom Stängel gestriffen gleich essen. Man kann sie auch so auf Salat geben oder ins Müsli geben. Wenn man sie trocknen lässt, fallen die flohähnlichen, schwarzen Samen heraus, sodass man die enorm quellfähigen Samen verwenden kann. Da der Aufenthalt in der Natur, das Ernten der Wildpflanzen sehr heilsam ist, ist es sicher besser, selbst zu ernten, als die Pflanzen in der Apotheke oder sonstwo zu kaufen. Die Bewegung, die feinen Sinneseindrücke, frische Luft und Ruhe ... all das, brauchen wir so sehr. Mir ist natürlich auch wieder ein besonderes Exemplar unter die Linse gekommen. Ein Wegerichsamenstand ist oben dreigeteilt. Ich finde, durch die Andersartigkeit von manchen Dingen, Pflanzen und Menschen werden unsere Sinne noch einmal besonders aktiviert. Für mich liegt der Schlüssel zur eigenen Entwicklung und somit zur Gesundheit in der Wahrnehmungs- und Empfindsamkeitsschulung - für sich selbst und gegenüber anderen. Mithilfe der Pflanzen gelingt mir das ganz gut. Ich genieße es, so viel zu sehen, spüren, riechen und zu schmecken, mich darauf einzulassen, was um mich herum ist. Vertrauen darauf zu haben, dass es immer Schönes zu entdecken gibt, wenn man nur wachsam ist.